Hochtaunuskliniken – Klinik Bad Homburg

Gallensteine

Behandlung von Gallensteinen

Definition und medizinische Bedeutung

Die Gallenflüssigkeit, die wir zur Verdauung zwingend benötigen, wird in der Leber gebildet. Als Speicherorgan dient die unter der Leber gelegene Gallenblase, die über einen Gang sowohl mit der Leber als auch mit dem Dünndarm in Verbindung steht. Bei Bedarf wird die Gallenflüssigkeit von der Gallenblase aktiv in den Dünndarm abgegeben. Eine Fehlzusammensetzung der Gallenflüssigkeit und bestimmte Bluterkrankungen können zur Steinbildung in der Gallenblase führen.

Diese Steine können sich im Ausführungsgang der Gallenblase oder im Hauptgallengang einklemmen. Der resultierende Stau der Gallenflüssigkeit führt zu heftigen, krampfartigen Oberbauchschmerzen (Kolik) und kann zu einer Entzündung der Gallenblase (Cholecystitis), der Gallenwege (Cholangitis) und auch der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führen. Nicht zeitgerecht behandelt, sind diese Komplikationen schwerwiegend und potentiell lebensbedrohlich.

Wann müssen Gallensteine behandelt werden?

Gallensteine, die keine Beschwerden (Koliken, Unverträglichkeit für fette Speisen) müssen nicht behandelt werden. Bei Koliken, einer Entzündung der Gallenblase, einer steinbedingten Entzündung der Gallenwege und bei einer durch einen in den Gallengängen eingeklemmten Gallenstein ausgelösten Bauchspeicheldrüsenentzündung muss die

Gallenblase als Ort der Steinbildung operativ entfernt werden. Steine aus den Gallenwegen können in der Regel ohne Operation durch eine sogenannte ERCP (siehe hierzu Therapiespektrum der Internistischen Klinik II der Hochtaunus Kliniken) behandelt werden, eine Operation an den Gallenwegen ist daher eher die Ausnahme.

Behandlungsverfahren in den Hochtaunus-Kliniken

Der Versuch einer Auflösung der Gallensteine durch Medikamente, Stoßwellentherapie oder die Entfernung der Steine aus der Gallenblase unter Belassung des Organs ist verlassen worden. Die operative Entfernung der Gallenblase als Bildungsort der Steine und Steinreservoir ist der Goldstandard der Behandlung.

Die Operation erfolgt in der Chirurgischen Klinik I der Hochtaunus Kliniken standardisiert in der sogenannten minimal-invasiven Technik über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie,

"Schlüsselloch- technik"). Weit über 95 % der Operationen sind auf diesem Wege möglich. Das Verfahren über einen Leibschnitt bleibt Sonderfällen vorbehalten, gehört aber natürlich weiterhin zu unserem Repertoire.
Vorteil der "Schlüssellochtechnik" ist die gute Übersicht bei der Operation, das gute kosmetische Ergebnis und die sehr rasche Erholung der Patienten mit einem stationären Aufenthalt zwischen 2 und 4 Tagen.

Folgen der Gallenblasenentfernung für den Patienten

Wenn es durch Gallensteine zu den oben beschriebenen Problemen kommt, hat das Organ seine ursprüngliche Funktion (Speicherung der Galle und Abgabe in den Darm bei Nahrungsaufnahme) verloren. Die Entfernung hat in aller Regel keinen Einfluss auf die Lebensqualität und die

Ernährungsgewohnheiten des Patienten. Nach einer Übergangsphase von zwei bis vier Wochen normalisieren sich Nahrungsverträglichkeit und Stuhlgewohnheiten. Eine fortgesetzte Diät ist nach der Gallenblasenentfernung nicht notwendig.