Unsere Haut stellt einen Schutzmantel gegenüber Umwelteinflüssen und den Krankheitserregern in unserer Umgebung dar. Kleine, auch sehr oberflächliche Verletzungen können eine Eintrittspforte für Krankheitserreger sein. Je nach Art der Erreger und der Abwehrlage des Körpers können Entzündungen entstehen, die sich in der Haut, der Unterhaut, dem Fettgewebe und Bindegewebe ausbreiten.
Typische Formen solcher Entzündungen sind die Wundrose (Erysipel) und die Ausbildung einer umschriebenen Eiteransammlung im Gewebe (Abszeß, Furunkel). Auch Haarwurzeln und Talgdrüsen können Ausgangspunkt für solche Entzündungen sein (Follikulitis, Grützbeutel [Atherom]).
Bei unsachgemäßer Behandlung können sich diese Entzündungen ausbreiten und durch eine Einschwemmung von Keimen in die Blutbahn und innere Organe (Herzklappen, Herzmuskel, Leber) zu potentiell lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen (Blutvergiftung (Sepsis), Herzklappenentzündung und Abszessen in inneren Organen) führen.
Besonders Patienten mit einer gleichzeitig bestehenden Blutzuckererkrankung und Patienten, die aus anderen Gründen eine geschwächte Abwehrlage aufweisen (Bösartige Tumoren, Bluterkrankungen, Chemotherapie), sind hier besonders gefährdet.
Entzündungen der Weichteile sind zunächst einmal die Behandlungsdomäne Ihres Hausarztes und des niedergelassenen Chirurgen, mit dem Ihr Hausarzt zusammenarbeitet. Umschriebene Entzündungen können häufig mit lokalen Maßnahmen (Kühlung, Schonung, Hochlagerung und gegebenenfalls Antibiotikagabe) zu Hause behandelt werden.
Kommt es unter diesen Maßnahmen zu keiner raschen Rückbildung und liegt eine oder mehrere der oben angeführten Begleiterkrankungen vor, kann eine stationäre Behandlung zur Intensivierung der konservativen Therapie bei der Wundrose bzw. zur operativen Therapie bei Abszessen und Zeichen einer Allgemeinreaktion des Körpers angezeigt sein.
Bei umschriebenen eitrigen Entzündungen ist in aller Regel die begrenzte chirurgische Entfernung angezeigt. In aller Regel wird die Operationswunde nicht verschlossen, sondern eine 'offene Wundbehandlung' mit Wundspülungen durchgeführt, um die Bildung neuen Gewebes anzuregen. Häufig kann nach Wundreinigung die Wunde in einem zweiten Schritt verschlossen werden.
Ausgedehnte Entzündungen mit einer Allgemeinreaktion des Körpers können eine weiträumigere Entfernung von Weichteilgewebe und die Schaffung größerer Wundflächen notwendig machen. Hier setzen wir das moderne Verfahren der 'Vakuum-Therapie' ein, bei der die Wundhöhle durch einen Schwamm ausgefüllt wird und unter einer luftdichten Folie unter Sog gesetzt wird.
Hiermit ist eine deutlich raschere Wundreinigung und Verkleinerung der Wunde zu erreichen. In einem zweiten Schritt kann die Wunde dann verschlossen werden. Sollte zur Deckung eine Hautverpflanzung notwendig werden, führen wir diese wir ebenfalls durch.
Beim 'Sinus pilonidalis' wird die Behandlung verkürzt und das Behandlungsergebnis kosmetisch verbessert, wenn man nach Ausschneiden des Abszesses und Wundreinigung gesundes Gewebe von einer Gesäßhälfte in den Defekt operativ verlagert ('Schwenklappenplastik'). Dieses Verfahren bieten wir ihnen ebenfalls an.