In Deutschland werden jährlich ca. 160.000 Hüftendoprothesen implantiert. Die meisten Ersatzoperationen des Hüftgelenkes erfolgen aufgrund einer Arthrose (> 60 %). In geringer Häufigkeit wird der Einbau einer Hüftgelenksprothese bei rheumatischen Erkrankungen (ca. 10 %) und Brüchen des Oberschenkelhalses (ca. 15 %) erforderlich.
In den letzten Jahren ist es gelungen, durch geometrische Veränderungen der Prothesenkomponenten eine deutliche Verbesserung der Implantationstechnik mit einer massiv verbesserten Schonung der umgebenden Gewebestrukturen (Muskeln, Sehnen) zu erreichen. Diese so genannte "minimal-invasive Implantationstechnik" gehört im Gelenkzentrum Hochtaunus seit längerem zum fest etablierten Standard.

Woraus bestehen künstliche Hüftgelenke?
Überall dort, wo natürliche Knochen mit künstlichen Gelenken zusammentreffen, spielen Material und Oberflächenbeschaffenheit eine zentrale Rolle, um eine schmerzfreie Gelenkbewegung zu ermöglichen und vom Körper dauerhaft toleriert zu werden.
Im Allgemeinen werden drei Materialarten für orthopädische Zwecke verwendet: Metalle, Polymere und Keramik. Implantate sind im Körper hohen Belastungen ausgesetzt und müssen daher aus sehr widerstandsfähigem Material bestehen.
Hüftschäfte oder Schienbeinkomponenten von Knieendoprothesen werden heiß geschmiedet, um die erforderliche Widerstandskraft des Materials zu erreichen.
In der Vergangenheit wurden alle Metalle gegossen, während heute das Heißschmieden ein Standardprozess ist, der zu sehr guten Ergebnissen in metallurgischer und physikalischer Hinsicht führt.

Es gibt drei Möglichkeiten, die Endoprothese zu implantieren. Entscheidend für die Auswahl des "richtigen" Verfahrens ist in jedem individuellen Krankheitsfall die entsprechende Knochenqualität des Patienten.
Die richtige Endoprothese für Sie
Generell unterscheiden wir drei Endoprothesentypen:
1. Zementierte Endoprothese
2. Zementfreie Endoprothese
3. Hybrid-Endoprothese (Mischform)
Ein durch Arthrose zerstörtes Hüftgelenk muss immer komplett ersetzt werden. Das heißt, durch eine künstliche Gelenkpfanne, die in das Becken eingepresst oder eingeschraubt wird, einem Hüftschaft, der in den Oberschenkelknochen (Femur) implantiert wird und einem Kugelkopf, der auf den Hüftschaft gesetzt wird und sich in der Pfanne bewegt.
Zementierte Endoprothese
Hüftschaft und -pfanne werden mit einem schnell härtenden Kunststoff, dem so genannten Knochenzement, im Becken und im Oberschenkelknochen befestigt. Ein zementiertes Gelenk ist sofort belastbar.
Zementfreie Endoprothese
Der Hüftschaft wird in den Knochen eingepresst. Die Hüftpfanne wird eingepresst oder eingeschraubt. Durch das knochenfreundliche Material heilen diese Komponenten schnell in den Knochen ein und das Gelenk wird langfristig fixiert.
Hybrid-Endoprothese (Mischform)
In der sogenannten hybriden Implantationstechnik sind die Vorzüge beider Verfahren vereint. Die Pfanne wird zementfrei verankert, der Prothesenschaft hingegen im Oberschenkelknochen einzementiert.

Hüftschaft und -pfanne werden mit einem schnell härtenden Kunststoff, dem so genannten Knochenzement (auf der Abbildung schwarz dargestellt), im Becken und im Oberschenkelknochen befestigt.
Der Hüftschaft besteht aus einer Cobaltchrom-Schmiedelegierung und verfügt über eine feingestrahlte Oberfläche, die für eine sehr gute Haftung des Knochenzementes sorgt.
Ein zementiert verankertes Gelenk ist sofort belastbar.

Der Hüftschaft aus einer knochenfreundlichen Titanlegierung wird in den Oberschenkelknochen eingepresst.
Die Pfanne aus knochenfreundlichem Reintitan mit Polyethylen-Einsatz wird in das Becken eingepresst oder eingeschraubt.
Sowohl Schaft als auch Pfanne verfügen über grobgestrahlte Oberflächen, die für ein schnelles Einwachsen in den Knochen sorgen.
Auch diese Prothesen sind in aller Regel unmittelbar postoperativ voll belastbar.

Die Hybrid-Hüftendoprothese ist eine Mischform, welche die Vorzüge beider Verfahren vereint.
Die Hüftpfanne wird zementfrei verankert, der Endoprothesenschaft dagegen im Oberschenkelknochen einzementiert.