Das Blasenkarzinom ist das häufigste Karzinom des Harntraktes und nach dem Prostatakarzinom das zweithäufigste Karzinom im Fachgebiet der Urologie. Etwa 75 % aller Blasenkarzinome werden primär als sogenannte oberflächliche Tumore diagnostiziert.
Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen ist auch hier der Nikotinabusus einer der Hauptursachen für die Enstehung dieses Leidens. Für das Jahr 2010 werden in Deutschland in etwa 30.000 Neuerkrankungen erwartet (Robert Koch Institut, 2010).
In den meisten Fällen beklagen betroffene Patienten Blut im Urin ohne jegliche Schmerzen. Wegweisend ist die Blasenspiegelung, die einen Tumor als Blutungsquelle identifiziert. Eine sich anschließende transurethrale Blasen-
tumorresektion (TUR-B) dient dazu, den Tumor zu entfernen und das entfernte Gewebe dem Pathologen für eine präzise Diagnose zur Verfügung zu stellen. Die weitere Therapie und Nachsorge hängt von der pathologischen Untersuchung ab.
Für oberflächliche und nicht-muskelinvasive Tumore ist meist die TUR-B eine ausreichende Therapie. In manchen Fällen wird dann dann abhängig von der histopathologischen Untersuchung eine intravesikale Chemotherapie als Rezidivprophylaxe durchgeführt.
Bei fortgeschrittenen (muskelinvasiven) Tumoren kann schließlich eine radikale Entfernung der Blase (Radikale Zystektomie) unumgänglich werden. Da die Harnblase dann als Speicherorgan nicht mehr zur Verfügung steht, wird je nach Patient eine Form der Harnableitung aus Darm konstruiert.
Nach einer TUR-B besteht die Nachsorge in regelmäßigen Blasenspiegelungen, um ein Rezidiv (Wiederauftreten des Tumors) auszuschließen. Nach einer radikalen
Zystektomie werden schichtbildgebende Untersuchungen durchgeführt, um ein neues Auftreten der Erkrankung oder Fernmetastasen auszuschließen.