Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste "urologische" Tumor und gleichzeitig der aggressivste unter ihnen. Als gesicherte Risikofaktoren gelten das Rauchen (inkl. Passivrauchen) und die Adipositas.
Für das Jahr 2010 werden in Deutschland ca. 16.000 neue Erkrankungsfälle prognostiziert. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen aktuell zwischen 65 und 75 % (Robert Koch Institut, 2010).
Mittlerweile werden in etwa zwei Drittel aller Nierenzellkarzinome als Zufallsbefunde bei Ultraschalluntersuchungen oder Schichtbilduntersuchungen des Bauchraumes (CT oder MRT) entdeckt. Häufig sind sie dann in einem frühen Stadium und ohne erkennbare Symptome für den Patienten.
Leider gibt es keine verlässlichen Marker, die für eine Früherkennung anwendbar wären, so dass nur die bildgebenden Verfahren zur Diagnostik bleiben.
Stand früher die radikale Entfernung der Niere samt Nebenniere im Vordergrund, so ist es mittlerweile bei den immer häufigeren kleineren Tumoren erforderlich, eine organerhaltende Operation durchzuführen, bei der man den Tumor entfernt aber den gesunden Teil der Niere erhält. Überschreitet der Tumor aber eine gewisse Größe oder ist eine mögliche Infiltration in Nachbarorgane nicht sicher auszuschließen, dann bleibt die radikale Nephrektomie die Therapie der Wahl. Hierbei kann auch eine Lymphknotenentfernung an den großen Blutgefäßen erforderlich sein, um die Ausdehnung der Erkrankung sicher einzuschätzen.
Ist die Erkrankung fortgeschritten und sind auch Fernmetastasen zu sehen, so ist eine Operation alleine im Sinne einer lokalen Therapie nicht mehr ausreichend. In solchen Fällen kann eine molekular gezielte Therapie (Targettherapie) je nach Ausmaß der Erkrankung und Zustand des Patienten erforderlich werden. Hierfür stehen nun bereits etliche Substanzen zur Verfügung, die an die verschiedenen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden können.
Die Nachsorge richtet sich nach dem Tumorstadium aber sollte auch individuell angepasst werden. Im Allgemeinen sind schnittbildgebende Untersuchungen (CT oder MRT) des Brust- und Bauchraumes erforderlich.
Auch für die Nachsorge gibt es keinen etablierten Marker, so dass eine problemorientierte klinische Untersuchung auch weiterhin durchgeführt werden sollte.