Das Prostatakarzinom ist inzwischen die häufigste Krebserkrankung bei Männern und macht bei diesen ein Viertel aller Krebserkrankungen aus. Krebserkrankungen der Prostata verursachten 2004 ca 11.000 Todesfälle in Deutschland. Dies sind ca. 25 % mehr als 1980 und etwa 10 % aller auf Krebs zurückzuführenden Todesfälle bei Männern.
Dennoch: die Überlebensaussichten für Prostatakrebspatienten haben sich seit 1980 erheblich verbessert. Für Männer mit Prostatakrebs, der in den Jahren zwischen 2000 und 2004 diagnostiziert worden ist, ergaben sich relative 5-Jahres-Überlebensraten von 87 % im Vergleich zu etwa 70 % Anfang der 1980er-Jahre. (Robert Koch Institut, 2010)
Seit der Einführung des Tumormarkers PSA (prostataspezifisches Antigen) in den 90er Jahren werden die meisten Prostatakarzinome in einem organbegrenzten Frühstadium entdeckt und können geheilt werden. Daher ist es je nach Risikoprofil nach dem 40. Lebensjahr empfehlenswert, den PSA Wert mindestens einmal jährlich zu kontrollieren.
Die Diagnostik richtet sich nicht nur nach dem Absolutwert des PSA, sondern u. a. auch nach dessen Verlauf (PSA Dynamik). Darüber hinaus kommen auch die rektale
Untersuchung der Prostata maßgeblich bei der Vorsorgeuntersuchung zur Beurteilung der Dignität der Prostata sowie die in ausgewählten Fällen bildgebende Verfahren zum Einsatz.
Besteht der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, ist eine Biopsie der Prostata indiziert, um das Gewebe feingeweblich zu untersuchen und so eine Diagnose zu stellen. Dies kann in den meisten Fällen in örtlicher Betäubung erfolgen und wird von den Patienten sehr gut toleriert.
Die operative Entfernung der Prostata (Radikale Prostatektomie) ist die etablierteste Form zur kurativen Behandlung des Prostatakarzinoms. Bei der Entfernung der Prostata und der Samenblasen sowie umgebender Lymphknoten
kann der Tumor je nach Ausdehnung entfernt und Nachbarstrukturen (Gefäße und Nerven für die Kontinenz und Potenz) bewusst geschont werden, um so ein gutes onkologisches, aber auch funktionelles Ergebnis zu erzielen.
Nach der stationären Behandlung ist oft zur Verbesserung der Rekonvaleszenz eine Anschlußheilbehandlung empfehlenswert. Langfristig werden krebsspezifische
Nachkontrollen (z.B. PSA Wert) beim niedergelassenen Urologen erfolgen, um eine erneutes Aufflackern der Tumorerkrankung auszuschließen.