Bereits im Jahre 1739 entstand die Usinger Hospitalstiftung, die ursprünglich aus einer Sammlung für salzburgische Emigranten bestand. Aufgrund eines Gutachtens des Wiesbadener Oberkonsistoriums über die Verwendung der Emigrantengelder an den Landesherrn Fürst Carl, man könne den frommen, mildtätigen Zweck der Gelder auch dann erreichen, wenn aus ihnen ein Hospital für "notdürftige Kranke und Personen" errichtet würde, wurde von 1739 bis 1743 die Hospitalstiftung eingerichtet. An dieser Stiftung waren 31 Gemeinden des Usinger Amtes und der "Diözese" Usingen beteiligt.
Bis 1918 wechselte die öffentliche Krankenpflege in Stadt und Land Usingen wiederholt ihren Standort, stets behindert durch beengte Räumlichkeiten.
Der 30.4.1814 war für die Zukunft der Krankenpflege im Usinger Land ein bedeutsames Datum. An diesem Tag unterschrieb die damals 84-jährige Catharina Friederike Walter ein Vermächtnis, in dem sie ihr Haus samt Garten an der Ecke Klapperfeld/Wirthstraße den Armen überließ.
Bereits im Juni des gleichen Jahres wurde diese Schenkung vom Herzoglich-Nassauischen Consistorium in Wiesbaden ratifiziert und dem Herzoglichen Consistorial Convent in Usingen aufgegeben, in besagtem Anwesen ein neues Hospital einzurichten.
Eine weitere Neuerung und Verbesserung für die Krankenpflege im Hospital bescherte das Jahr 1892, als die Krankenpflege- und -betreuung durch Diakonissen aus dem Emser Mutterhaus übernommen wurde. Sie hielten der Friederike-Walter-Stiftung über 70 Jahre die Treue und wurden erst kurz vor dem Übergang des Stiftskrankenhauses in die Verwaltung des Kreises durch öffentliches Pflegepersonal ersetzt.
1903 wurde erstmals über einen Neu- und Erweiterungsbau des Hospitals verhandelt. Ende 1910 beschloß der Kreiskommunalverband die Übernahme einer Bürgschaft für das Vorhaben, im Herbst 1912 konnte das neue Krankenhaus an seinem heutigen Standort seiner Bestimmung übergeben werden. 1923 konnte es nochmals erweitert werden, dieser zweite Bau stand 1927 zur Verfügung.

"Also lautet der Beschluss,
daß der Mensch was lernen muss ..."
Erste Pläne für eine Erweiterung des Krankenhauses gab es bereits 1960, die jedoch nicht realisiert werden konnten.
Die schwierige Problematik der Finanzierung eines bedarfsgerechten Neubaues konnte erst mit dem Übergang des ehemaligen Stiftskrankenhauses in die Verwaltung des Kreises gelöst werden. 1971 wurde der heutige Neubau seiner Bestimmung übergeben.
