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Herzrhythmusstörungen

Der plötzliche Herztod ist in Europa und den USA die häufigste Todesursache. Meistens sind die Betroffenen älter und leiden unter der koronaren Herzkrankheit. Lebensbedrohliche oder letale Anfälle von Herzrhythmusstörungen treffen aber auch eine große Zahl von unter 40 Jahre alten Personen. In den meisten Fällen erleiden die jüngeren Patienten eine solche Arrhythmie-Attacke bei ansonsten völliger Gesundheit. Hier ist die kardiale Grunderkrankung zu einem hohen Prozentsatz erblich. Fast immer ist nur ein Gen defekt. Die meisten dieser Erkrankungen werden autosomal-dominant weiter gegeben, einige wenige autosomal-rezessiv. Fast alle diese Erbleiden kann man wirkungsvoll behandeln, wenn man sie früh genug erkennt. Das gilt vor allem für die erblichen Ionenkanalstörungen. Gelingt die sichere Identifizierung von präsymptomatischen Trägern pathogener Mutationen, so lässt sich das Risiko für den plötzlichen Dieses Bild zeigt das Logo des Medizinischen Versorgungszentrum Taunus, abgekürzt MVZ.
Herztod durch eine meist sehr individuelle Behandlung erheblich verringern. Voraussetzung für den Erfolg ist eine sorgfältige Familienanamnese.

Letzte Sicherheit für die Diagnose einer erblichen Rhythmusstörung erhält man durch den molekularbiologischen Nachweis der pathogenen Mutation. Eine Reihe von Genen können fakultativ betroffen sein. Aktuell wurden neun Gene identifiziert. Der persönliche Krankheitsverlauf und eine sorgfältige klinische Untersuchung helfen der Molekularbiologie sehr bei der Eingrenzung auf die am wahrscheinlichsten betroffenen Gene. Auch bei identischer Verursachermutation kann der klinische Phänotyp innerhalb einer Familie sehr unterschiedlich sein. Deswegen erfordern diese Voruntersuchungen ein hohes Maß an Abstimmung zwischen dem Hausarzt, dem Kardiologen, eventuell der Klinik und der Humangenetik.

Indikation

Long QT Syndrom (LQT)

Das LQT Syndrome ist mit einer Prävalenz von ca. 1:3.000 die häufigste erbliche Ionenkanalstörung. Das EKG der Patienten zeigt eine Verlängerung des QT-Intervalls (>500ms bei LQT 1 und LQT 2). Die Betroffenen haben ein hohes Risiko für eine Synkope, für Krampfanfälle und plötzlichen Herztod. Die charakteristische Rhythmusstörung, die Torsade de Paintes Tachykardie (TdP), tritt häufig bei bestimmten körperlichen Belastungen auf, bei starken Emotionen und im Wochenbett. Meistens stellt sich nach kurzer Zeit der normale Sinusrhythmus wieder ein. Allerdings verläuft der erste Anfall häufig auch tödlich. Nicht selten wird fälschlicherweise die Diagnose Epilepsie gestellt.

Es werden neun LQT-Formen unterschieden, bei denen jeweils ein anderer Gendefekt vorliegt. Dies bedingt teilweise unterschiedliche klinische Symptome. Während es beispielsweise bei LQT 1 und LQT 2 zu einer verlängerten Repolarisationsphase kommt, liegt beim LQT 3 eine Verlängerung des Aktionspotentials vor. Die Mutationshäufigkeit für diese Gene sieht wie folgt aus:

LQT 1      30 – 35 %
LQT 2      25 – 30 %
LQT 3      5 – 10 %
LQT 5      < 1 %
LQT 6      < 1 %

Short QT Syndrome (SQT)

Namensgebend für das sehr seltene Syndrom ist eine verkürzte QT-Phase (<340ms). Diese Erkrankung beruht auf aktivierende Mutationen in den Genen KCNH2 (SQT 1), KCNQ1 (SQT 2) oder KCNJ2, die in ein verkürztes Aktionspotential resultieren. Der Erbgang ist autosomal-dominant. Die Mutationsträger haben ein hohes Risiko für Synkopen und den plötzlichen Herztod.

Brugada Syndrom (BrS)

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Ionenkanalerkrankung. In etwa 20-30% der klinisch diagnostizierten Fälle wird eine ursächliche Mutation im SCN5A-Gen identifiziert. Die Vererbung folgt einem autosomal-dominanten Erbgang. Zu den Leitsymptomen zählen Palpitationen, Schwindel, Synkopen und der plötzliche Herztod. Dieser tritt meist nachts auf. Das häufigste Manifestationsalter ist das dritte Lebensjahrzent, aber auch in der frühen Kindheit auftretende Fälle sind beschrieben worden.

Molekulargenetische Diagnostik

Basierend auf den Ergebnissen der klinischen Untersuchungen und der Familienanamnese wird für die in Frage kommenden Gene die Untersuchungsreihenfolge entsprechend ihrer Häufigkeit festgelegt (Stufenanalytik). Grundsätzlich wird für jedes Gen neben der Sequenzanalyse gleichzeitig das MLPA-Verfahren angewandt, bei der das Vorliegen von Deletionen und Insertionen untersucht wird.

Long QT Syndrom

Genanalyse für KCNQ1, KCNQ2, SCN5A, KCNE1, KCNE2

Short QT Syndrom

Genanalyse für KCNH2 und KCNQ1

Brugada Syndrom

Genanalyse für SCN5A

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