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Fachkraft in einem Untersuchungsraum der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin.

Kardiologie der Hochtaunus-Kliniken erhält Zertifizierung als Mitralklappen-Zentrum


Bad Homburg – In Deutschland leiden schätzungsweise etwa eine Million Menschen an einer undichten Herzklappe, einer sogenannten Mitralklappeninsuffizienz. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Herzklappe des linken Herzens nicht mehr richtig schließt. Dies führt zu einer Richtungsumkehr des normalen Blutflusses und ruft bei den Patienten Atemnot und verminderte Belastbarkeit hervor.
Lange Zeit war eine offene Herzoperation der Goldstandard, um diese sogenannte Mitralklappeninsuffizienz zu behandeln. Inzwischen wurde mit dem Mitralklappenclipping ein schonendes, minimal-invasives katheterbasiertes Verfahren entwickelt, bei dem die undichte Herzklappe über einen Katheter von der Leiste aus „repariert“ wird.

Für dieses Behandlungskonzept wurde die Klinik für Kardiologie und Intensivmedizin der Hochtaunus-Kliniken unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr.med. Hans Hölschermann jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V. (DGK) ausgezeichnet und als Mitralklappen-Zentrum zertifiziert. Die Gutachter hoben die ausgezeichneten fachlichen Leistungen, das hoch motivierte und professionelle Team und die hervorragende Zusammenarbeit der Kardiologie, Anästhesie (Leitung PD Dr. med. Jan Mersmann) und Herzchirurgie der Universitätsklinik Frankfurt (Leitung Prof. Dr. med. Thomas Walther) hervor.

Besondere Anerkennung fanden neben der hohen Behandlungsqualität die konsequente und patientenzentrierte Etablierung dieser katheterbasierten Therapie, die sich im letzten Jahrzehnt besonders dynamisch entwickelt hat. Mit der erfolgreichen Begutachtung zählt die Kardiologie der Hochtaunus-Kliniken nun zu den wenigen zertifizierten Mitralklappen-Zentren im Rhein-Main-Gebiet. Eine hochgradige Undichtigkeit einer Herzklappe (Mitralklappeninsuffizienz) gehört zu den häufigsten Herzklappenfehlern. Erst die Herzklappen machen das Herz zur Pumpe.

Die Mitralklappe ist das „Einlassventil“ zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Mit jedem Herzschlag wird sie verschlossen, damit das Blut mit hohem Druck in die Aorta gepumpt werden kann. Jede Undichtigkeit der Klappe – die Mitralklappeninsuffizienz – senkt die Leistung. Dies führt zu Atemnot und einer zunehmenden körperlichen Schwäche. Schließlich muss die undichte Klappe repariert oder ausgetauscht werden. Diese Eingriffe machen eine Herzoperation unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine erforderlich. Für viele ältere Patienten mit Begleiterkrankungen ist das Risiko eines solchen Eingriffs meist zu hoch.

„Beim Mitralklappenclipping ist es weder erforderlich, das Herz anzuhalten, noch den Brustkorb zu eröffnen. Der Eingriff erfolgt stattdessen über einen kleinen Schnitt der Leistenvene, durch die ein langer, dünner Katheter eingeführt und bis zum Herzen geschoben wird. An der Spitze des Katheters befindet sich der Clip, der unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle an der richtigen Stelle zwischen den Segeln der Mitralklappe platziert wird und die undichte Herzklappe abdichtet“, erläutert Chefarzt Prof. Dr.med. Hölschermann.

Weltweit wurden inzwischen über 100.000 Patienten mit diesem Verfahren behandelt. In etwa 90 Prozent der Fälle kann damit eine ausreichende Dichtigkeit der Herzklappe erzielt werden. An den Hochtaunus-Kliniken hat sich diese schonende Behandlung bei den Patienten etabliert, die wegen ihres Alters oder der Vorerkrankungen nicht oder nur mit einem hohen Risiko operiert werden können. „Die Patienten erholen sich durch die Anwendung dieses schonenden Verfahrens wesentlich schneller, können in der Regel nach drei bis vier Tagen das Krankenhaus verlassen und sind nach etwa einer Woche wieder belastbar“, sagt Dr. med. Zaber Khochfar, Leitender Oberarzt in der Kardiologischen Klinik.

„Wir sind stolz, dass die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie von der Qualität unserer Behandlungen überzeugt ist und wir uns ab sofort zu dem ausgewählten kleinen Kreis von zertifizierten Mitralklappen-Zentren zählen dürfen“, freut sich Klinikgeschäftsführerin Dr. Julia Hefty über die Honorierung des herausragenden Mitralklappenprogramms an den Hochtaunus-Kliniken.

Dr. Hölschermann

Prof. Dr. med. Hans Hölschermann
Chefarzt Kardiologie & Internistische
Intensivmedizin

Dr. med. Zaber Khochfar

Dr. med. Zaber Khochfar
Geschäftsführender Oberarzt Kardiologie &
Internistische Intensivmedizin

PD Dr. Jan Mersmann
Chefarzt Anästhesie & operative
Intensivmedizin


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